Detlef Hartung und Georg Trenz


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CHARACTERS und LIGHTSCAPE — ILLUSION
Old Memorial Library und Art Gallery of Nova Scotia
//Responsive, International Light Art Project, Halifax, Kanada

 


 
Die Arbeit CHARACTERS auf der Old Memorial Library in Halifax nutzt ausschließlich Einzelbuchstaben als Projektionsmaterial.
Die Summe aller möglichen Texte, Literaturen und Aufzeichnungen unserer alphabetisierten Schriftkultur, die in einer Bibliothek gesammelt wurden und werden, wird aufgelöst und zurückgeführt in seine einzelnen phonem–basierten Bestandteile. Die Grapheme (Zeichen) unserer lateinischen Schrift gehen zurück auf die Capitalis Monumentalis, die ausschließlich Großbuchstaben verwendete. An dieser in Stein gemeißelten Lapidarschrift ist gut erkennbar, wie mathematische und gestalterische Prinzipien und Proportionen, die damals in Architektur, Kunst und Alltag Anwendung fanden, die Schriftformen beeinflussten.
Viele dieser Gestaltungsprinzipien sind universell und heute noch gültig.
Jeder einzelne Buchstabe vermittelt also nicht nur einen Laut, sondern darüber hinaus, durch seine Form und Gestalt auch einen visuellen, individuellen Eindruck. Jeder Buchstabe besitzt seine eigene Persönlichkeit, seinen eigenen Charakter. Besonders deutlich wird dies, wenn man ihn durch ornamentales Spiel, wie Vervielfältigung, Drehungen oder Spiegelungen aus seinem Textkontext befreit. Dann zeigt sich, dass es neben unendlich vielen inhaltlichen, auch unendlich viele formale und ornamentale Möglichkeiten gibt, Buchstaben zusammenzufügen. Die so entstehenden Bilder und Bildkonnotationen formulieren eine eigene Sprache, die einen visuellen Dialog entfacht mit ihrer Schreibfläche: der Old Memorial Library in Halifax.
 

 

 

 

 

 

 

 
LIGHTSCAPE — ILLUSION
 
Die Arbeit wurde erstmals 2014 in der Ausstellung Scheinwerfer I im Kunstmuseum Celle gezeigt. Seither wurden sie mehrmals an verschiedenen Orten auch zum Teil als Einfachprojektion realisiert.
Die Wortschöpfung LIGHTSCAPE bezeichnet die gesamte Lichtsituation, das Verteilungsmuster von Licht auf einem Bild. Dieses Kunstwort, das nicht selten als Produktname für Markenartikel benutzt wird (Parfüm, Porzellan) und in der Lampen- und Lichtindustrie, der Fotokunst , sowie der Computeranimation Verwendung findet, entwickelt sich allmählich zum keyword für das künstlerische und gestalterische Arbeiten mit Licht und Projektion im öffentlichen Raum. Der Begriff ILLUSION leitet sich vom lateinischen Wort illudere ab. Eine Zusammensetzung des Verbs ludere (spielen) und der lokalen Präposition in. Seine Bedeutung reicht von ins Spiel werfen über sein Spiel treiben bis zu Gedankenspiel (innerlich spielen).
Die Arbeit LIGHTSCAPE — ILLUSION betreibt ein visualisiertes Gedankenspiel zum Thema Licht als Quelle und Basis unserer optischen Wahrnehmung und denkt nach über die Illusion des Sehens. Formaler Ausgangspunkt dabei ist der lichtprojizierte und seriell in Kreis, bzw. Ellipsenbahnen gesetzte Begriff LIGHTSCAPE. Die dabei entstehenden Scheiben– und Kugeltypographien suggerieren Perspektive und Räumlichkeit und eröffnen Lichtlandschaften mit unterschiedlichsten Konnotationen. Licht als Begriff, als Phänomen und Medium wird formal in Beziehung gesetzt zu Assoziationen wie Kaleidoskop, Fensterrose, Globus, Erdkugel, Sonne, Iris, Auge, Atom, Zellkern, usw. und zur Symbolkraft von Punkt, Kreis und Kugel.
Die besondere Technik der zwei deckungsgleich übereinandergelegten Projektionsflächen bezieht den Betrachter und seinen Schatten in die scheinbare Dreidimensionalität der Projektion mit ein und macht ihn zum Bestandteil der Arbeit.
LIGHTSCAPE — ILLUSION gehört in eine Reihe von Arbeiten lichten (2004) oder splendoris nocturni (2007), die sich nicht auf einen spezifischen Raum beziehen, sondern sich laborhaft und analytisch mit dem Verhältnis von Licht und Sehen auseinandersetzen.
 

 

 

 

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