Detlef Hartung – Georg Trenz


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COINCIDENCE (Teil 2)
Zamma Festival Freising,
Freisinger Dom; Freising

 


 
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Die Arbeit COINCIDENCE (Teil1 und Teil2) im Schafhof und im Freisinger Dom, also an zwei zunächst scheinbar völlig unterschiedlichen Orten, beschäftigt sich mit dem Begriff der Koinzidenz. Dieser Begriff bezeichnet die Gleichzeitigkeit von Ereignissen in Zeit und Raum.
ALLES IN EINEM, EINES IN ALLEM lautet der Text, der im Freisinger Dom von zwei sich gegenüberstehenden Beamern projiziert wird. Der Text bezieht sich auf den zentralen Begriff des Philosophen und Theologen Nikolaus von Kues: Coincidentia oppositorum, die Gleichzeitigkeit von Gegensätzen. Er besagt, dass im Unendlichen Einen, die in der Welt ausgebreiteten Gegensätze zusammenfallen. Der Mensch ist mit seinem endlichen Verstand auf die aus Gegensätzen aufgebaute Welt ausgerichtet. Die Einheit dieser Gegensätze in der Unendlichkeit kann er zwar in einem Begriff oder Bild fassen, er ist aber nicht in der Lage die Bedeutung dieser Unendlichkeit zu verstehen.
Der Besucher des Doms nimmt nach einiger Zeit wahr, dass sich die beiden gegenüberliegenden Projektionen in Inhalt und Form, Text und Struktur in bestimmten Augenblicken gleichen, erlebt aber ihre formale Wirkung im Raum von seinem Standpunkt aus als völlig konträr. Verblüffend ist dabei, dass anders als im Schafhof alle Textzeilen absolut gerade gesetzt sind, in der identischen Gegenprojektion aber als Kurven und Wellen wahrgenommen werden.
 
Wer den Schafhof und den Dom besucht erlebt ein gleiches Phänomen mit umgekehrten Vorzeichen, eine räumlich und zeitlich getrennte Koinzidenz seiner Wahrnehmung.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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