Detlef Hartung – Georg Trenz


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WORTSCATZ – LEBENSZEICHEN
rheinpartie,
Loreleyfelsen


 

Wer kennt sie nicht, die Hitlisten der schönsten Wörter, der bedrohten Wörter, der Unwörter des Jahres, der belasteten Wörter: Sinneswandel, Geistesblitz, Augenblick, Sehnsucht, Fürsprache, Zeitlupe, Fernweh, Habseligkeit, Kulturbeutel, Denkungsart, Wertarbeit, Sommerfrische, Reiseruf, Renn-pappe, Papperlapapp, Laufpass, Augenstern, Dauerlauf, Sendeschluss, aber auch Dunkeldeutschland, Gewinnwarnung, Humankapital, Besserverdienende, Ausreisezentrum oder Freisetzung tauchen jährlich in den Medien und an den Stammtischen auf und zeugen populär von Wandel und Entwicklung der deutschen Sprache und ihrem überaus reichen Wortschatz.
 


 

Sprache ist ständig im Fluss, sie passt sich an, erfindet sich neu, antwortet auf Zeitgeist, Geschehen und gesellschaftliche Entwicklungen. Wie lebendig oder träge eine Sprache fließt, wie fruchtbar oder vernichtend ihre Auswirkungen sind, wie naturwüchsig oder reguliert sie ihren Weg bahnt und welches Strandgut sie hinterlässt, kann man nur schwer ermessen. Erst wenn man innehält, aus dieser Bewegung aussteigt und den Strom an sich vorüberziehen lässt, offenbart sich ihr wahres Wesen. Das Rauschen der Sprache umgibt uns dann wie das Rauschen eines Flusses. Was still und harmlos dahinplätschert kann im nächsten Moment eine zerstörerische Urgewalt entwickeln!
 


 


 

Worte sind wie Wasser, sie können etwas umspülen, wachsen lassen oder vernichten. Ebenso kann jedes Wort, je nach Sprachgebrauch und Belastung eine unterschiedliche Konnotation erfahren.
 


 


 

Der Rhein und der Loreleyfelsen verkörpern wie kaum eine andere Landschaft in Deutschland die Polarität von Schönheit und Katastrophe, von Harmonie und Havarie. Nicht zufällig wurden sie von Lyrikern, Literaten und Musikern aller Epochen besungen und zu einem Lieblingsort der deutschen Mythologie und Romantik. Die Loreley wurde dadurch zu einer Wort– und Sprachquelle in deren Licht sich die deutsche Sprache spiegelt.


 


 


 


 

In dieser Projektion werfen zwei Pani–Diaprojektoren als Standbild wechselnde Wörter und Begriffe aus der Sprachterminologie auf die Loreley. Zwei weitere Projektoren sind mit Filmlaufwerken ausgerüstet, die es ermöglichen, Texte horizontal, wie Laufschriften über die Felswände zu ziehen.


 


 


 

Ein Fluss aus Wörtern unterschiedlichster Größe und Bedeutungen entsteht, der den Rhein ein Stück stromabwärts begleitet. Die übereinander liegenden Zeilen führen zu einem sprunghaften, nichtlinearen Lesen. Jedes Wort kann sich mit den anderen in neue Sinnzusammenhänge fügen.
Sämtliche Ebenen und Codes deutscher Sprache ziehen so in Rheingeschwindigkeit am Betrachter vorüber und stehen fragmentarisch für das heutige Denken und Sprechen.
Ein komplexes Nachdenken über Sprache, Wortbildung und Sprachentwicklung, inspiriert von einem Ort, einem Felsen, einer Landschaft, einem Fluss.
Sprache fließt!


 


 

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