Detlef Hartung – Georg Trenz


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LICHT:SPRACHE
Katholische Akademie Bayern,
München


 

Die Katholische Akademie in Bayern versteht sich als offenes Forum der geistigen Auseinandersetzung und des wissenschaftlichen Dialogs, in den sie die Position des christlichen Glaubens einbringt.
Architektonisches Kern– und Herzstück dieses Leitbildes bildet das Auditorium der Akademie.
 


 


 

Hier findet die Auseinandersetzung ihre Worte und Bilder.
Eine künstlerische Arbeit in und mit diesem Raum wird also in jedem Fall einen wahrnehmungstheoretischen Ansatz verfolgen.
Wie überhaupt kann Erkenntnis über Verständigung funktionieren?
 


 

Einen aufschlussreichen Text zu diesem Thema findet sich in der Bibel im Evangelium nach Matthäus, Kapitel 13. Jesus reflektiert darin die menschliche Wahrnehmung und begründet daraus seine Rede in Gleichnissen. “Darum rede ich zu ihnen durch Gleichnisse. Denn mit sehenden Augen sehen sie nicht, und mit hörenden Ohren hören sie nicht; denn sie verstehen es nicht.” (Matthäus 13,13).


 

Ein Gleichnis ist ein Paradoxon. Seine Vieldeutigkeit bewirkt seine Eindeutigkeit. Ein Gleichnis ist ein Transformer, ein Emulgator, ein Übersetzungs– instrument für die Quadratur des Kreises, für die Polaritäten Emotion und Ratio. Es ist Wort gewordenes Bild und Bild gewordenes Wort in einem.
Ähnlich verhält sich Sprache, die sich in Form von Schrift bewußt gestaltet an die Fläche, an den Raum bindet. Ihre formale Gestalt korrespondiert mit ihrer inhaltlichen Aussage. Sie wird zum Gleichnis.
 


 

Die Arbeit Licht:Sprache im Saal der Katholischen Akademie in Bayern übersetzt das 13. Matthäuskapitel in Licht. Textfragmente werden in Braille–Schrift dem Raum eingeschrieben. Kaum lesbar im traditionellen Sinne überlagern Schrifttexturen aus den lateinischen und deutschen Texten einander und fordern eine neue Art des Lesens, ein sich Einlassen, Eintauchen in die Licht(=Energie)–Worte mit allen Sinnen, und eine Reflexion über Sehen und Wahrnehmung.
 


 


 

Im Foyer der Katholischen Akademie Bayern bespielt die Arbeit LICHTEN die der Glasfassade gegenüberliegende Wand. Sie ist so ausgerichtet, dass der Besucher die Projektion durchschreiten muss, um zum Auditorium zu gelangen. Die zunächst unlesbare Licht–Struktur wird dabei durch den Schatten des Besuchers geteilt und lesbar, es erscheint in vielfältigen Perspektiven gesetzt das Wort “LICHTEN”.
 


 


 


 


 

Weiterhin wurde eine Auswahl großformatiger Prints an der Wand entlang des Lichthofs präsentiert.


 

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