Detlef Hartung – Georg Trenz


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ROSENDÄMMERUNG
Wettbewerb Leuchtzeichen 2005, im Rahmen der Landesausstellung Jahrhundertschritt 05,
öffentlicher Raum, Oldenburg

In ganz Oldenburg befinden sich auf den Wegen Märchenzitate. Direkte Reden von Märchenfiguren der Gebrüder Grimm, von Christian Andersen oder aus Märchen aus Niedersachsen, die alle auf dem Weg sind, oder jemanden auf den Weg schicken und sich mit durchaus existentiellen Fragen beschäftigen:
Wo komme ich her, wo geh ich hin, und was mach ich hier überhaupt.
Die Zitate bilden einen Ring – ein gedachtes Sprachband –, um die Altstadt von Oldenburg, das deren verschiedene kulturelle und soziale Institutionen miteinander vernetzt. Zunächst weist jeder dieser Texte erst einmal auf sich und seinen Platz, kommuniziert mit seinem Standort und kommentiert ihn.

Aus realen Orten werden Märchenkulissen: das Schloss, das Hexenhaus, die Brücke, die Unterführung, usw. Aus Märchenzitaten und historischer Sprache, werden gegenwärtige Statements:
“Seht, so geht es in der Welt zu!”,
“Was hast du auf dem Berge zu schaffen?”...
Dann aber führen die Texte plötzlich über sich hinaus und auf ihren Ursprungsort zurück. Jeder Textstelle ist ein Pfeil zugeordnet, eine visuelle Chiffre der Bewegung. Dieser Pfeil weist immer den direkten Weg zurück zum Zentrum des Rosenviertels.

Jede Wanderschaft ist ein Lernprozess. Die Textzitate um die Altstadt herum schärfen den Blick und schulen die Sprache. Nur so wird das letzte Zitat, das Einzige ohne Pfeil direkt in der Mitte der Rosenstraße nicht zur Bankrotterklärung, sondern eine Aufforderung zum Handeln:

“WAS, GIBT ES HIER KEINE ROSEN?”
(H. C. Andersen, die Schneekönigin).

 

Brücke Staugraben, bei Osterstrasse
Gebr. Grimm: Die Eule
“WER HIER STÄNDE, WO ICH STEHE,
DER WÜRDE NICHT
'STOSS ZU' RUFEN.”

Insgesamt wurden im Umfeld der Altstadt, beim Pferdemarkt, um den Bahnhof,
am Hafen und im “Rosenviertel” 79 Texte auf den Gehwegen angebracht.
 


 


 

Ecke Rosenstraße
Gebr. Grimm: Hänsel und Gretel
“WIR WERDEN DEN WEG SCHON FINDEN.”

Hafenpromenade⁄ Ecke Arbeitsamt
Gebr. Grimm:
Die vier kunstreichen Brüder
“LIEBE KINDER,
IHR MÜSST JETZT HINAUS IN DIE WELT,
ICH HABE NICHTS,
DAS ICH EUCH GEBEN KÖNNTE.”
 


 


 

Ende Hafenpromenade
Märchen aus Niedersachsen: Bauer Phiwitt
“WOHIN, WOHIN?”
“INS WASSER, INS WASSER!”

Rückseite Schloss
Märchen aus Niedersachsen:
Der Herrgott als Pate
“WAS HILFT UNS DAS SCHÖNE SCHLOSS,
WENN WIR DOCH NICHT WISSEN,
WO DIE SCHLÜSSEL SIND.”

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