Detlef Hartung – Georg Trenz


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NARZISS UND ECHO
permanente Installation, Stiftung Kunst:Raum Sylt–Quelle – in Zusammenarbeit mit Galerie Seippel,
Sylt

Inmitten der urwüchsigen Naturlandschaft Sylts, am Rande des Rantumer Beckens, erhebt sich ein zylindrischer Turm aus Glas. Dieses Quellenhaus und die Abfüllanlage sind der architektonische Kern des Mineralwasserunternehmens Sylt–Quelle.

Assoziationsgrundlage der Auseinandersetzung mit diesem Ort, der auf Sylt auch eine Kulturinstitution ist, bildet aus Ovids Metamorphosen der Mythos von Narziss und Echo. Der schöne Jüngling Narziss verschmäht die Liebe der Nymphe Echo. Während sie in einen Stein verwandelt wird, muss sich Narziss bei dem Blick in eine unberührte Quelle in sein eigenes Spiegelbild verlieben. Als ein Blatt die Wasseroberfläche kräuselt, schockiert ihn die vermeintliche Erkenntnis er sei hässlich und er stirbt.

Neben den Themen der Liebe, der Selbstreflexion, des Nicht–Erkennens usw. geht es hier um das Verhältnis und die Beziehung von Bild (Narziss) und Sprache (Echo).

Übersprudelnd wird der Innenraum der Kulturquelle auf Sylt mit wellenförmigen Zeilen aus Verben des Wahrnehmens, Nachdenkens und Handelns beschrieben. Zwischen ihnen blitzen Zitate auf aus Texten von Literaturstipendiaten der Stiftung. Andere Projektoren schreiben Sätze aus dem Mythos von Narziss und Echo wie die Strahlen eines Leuchtturms direkt in die Dünenlandschaft.
Architektur, Landschaft und Projektion fragmentieren sich gegenseitig. Es entsteht ein eigener Kosmos, ein Imaginationsraum der es dem Betrachter erlaubt, seine eigenen individuellen Bilder und Worte zu entdecken und weiterzuschreiben. Bild und Wort als geistiges Grundnahrungsmittel des Menschen in direkter assoziativer Verbindung mit Wasser, Quelle und Meer intendieren natürlich auch den permanenten Kreislauf dieses Geschehens.

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